Eine legendäre Nummer 7

altaltDer Abschied war so nicht geplant und auf Grund ihrer Verdienste auch nicht würdig. In der 19. Runde beim schwachen 0:0 gegen Schlusslicht Lustenau ging Anita Unterholzer zur Pause in die Kabine - und kam nicht wieder. Die letzten beiden Runden der Saison 2014/2015 verpasste sie krankheitsbedingt. Am Ende waren es dennoch beeindruckende 156 Liga-Einsätze für die Wolferner Damen - soviele wie sonst keine vor ihr.

 

 

altDie Geschichte begann zwar bereits früher, 1999 in Neuzeug, wo sie mit Schwester Katharina und weiteren ehemaligen Wolferner Spielerinnen (Daniela Steinmair, Regina Berghuber, ...) erstmals die Fussballschuhe schnürte, doch in Wolfern gab sie ihr Debut in der Saison 2005/2006, als sie beim 4:2-Heimerfolg gegen ASKÖ Doppl/Hart in der 73. Minute für Mira Dobras eingewechselt wurde. Damals half sie der dezimierten Mannschaft als Notfallspielerin lediglich aus und auch zu einem weiteren Einsatz in dieser Saison kam es nicht mehr. Doch in der Saison 2006/2007 startete die agile Offensivspielerin so richtig durch und war in jedem einzelnen Saisonspiel im Kader, meist als Stammspielerin. An der Seite ihrer Schwester Katharina bildete sie unter dem neuen Trainer Michael Windisch den gefürchteten "Bonsai"-Sturm und trug damit wesentlich zum ersten Titelgewinn der Wolferner Damen bei. Die Folgesaison führte die Schwarz-Weißen erstmals in die 2. Liga, wo Anita Unterholzer erneut zu gefallen wusste, wenngleich sie nun mehrmals über die Außenbahnen ihr Glück suchte. Doch auch sie konnte den sofortigen Wiederabstieg nicht verhindern. In den Folgejahren war die rechte Außenbahn quasi für den quirligen Spaßvogel reserviert. Sie verpasste in fünf Spielzeiten lediglich ein einziges Spiel (!!!) und stand ansonsten immer in der Startelf Wolferns. Nicht mal eine gebrochene Nase konnte die Nr. 7 hier stoppen. In dieser Zeit war sie auch maßgeblich beteiligt am zweiten großen Umbruch im Team. Nach vier Jahren in der OÖ-Frauenliga feierte Anita mit den Bienen den erneuten Meistertitel der OÖ-Frauenliga und in der Relegation gegen St. Ruprecht und den FC Feldkirchen auch die Rückkehr in die 2. Liga. Ihr ist es auch zu verdanken, dass die Wolferner Damen im Jahr 2010 zu den Bienen wurden und bis heute bleiben. Auch eine Liga höher machte sie eine gute Figur und überzeugte stets ihre Trainer. Erst zu Beginn der diesjährigen Saison musste die Offensivspielerin um ihren Stammplatz fürchten, nachdem sie sich auf Grund einer hartnäckigen Rippenverletzung große Teile der Saisonvorbereitung verpasst hatte. Im Frühjahr 2015 - einer erneut schwierigen Phase für ihr Team - wuchs sie erneut zu einer Stütze heran. Ehe dieses unsägliche 0:0 gegen die SG Lustenau ihr letzter Auftritt in der Wolferner Dress wurde. Um eine derart verdiente Spielerin standesgemäß zu verabschieden, werden die Wolferner Damen ihrer Nr. 7 nun zu Beginn der neuen Saison einen gebührenden Abgang bescheren.

altWer jedoch denkt, dass Anita nicht mehr als eine hervorragende Fussballerin war, der sieht sich sehr getäuscht. Innerhalb des Teams wuchs sie zu einem unverzichtbaren Teil der Gemeinschaft heran, war Forderer und Förderer; kommunizierte wie kaum eine zweite über mehrere Generationen hinweg (egal, ob sie unseren pensionierten Funktionären wortgewaltig Konter gab oder unseren Nachwuchsfussballerinnen Gemeinschaftlichkeit vermittelte. Auch hier hinterlässt die Nr. 7 eine große, kaum zu fällende, Lücke.

Mit Anita verliert die Union SV Wolfern Damenmannschaft einen Teil ihrer Geschichte, eine Frohnatur, eine leidenschaftliche Kämpferin, eine aufrichtige und ehrliche Persönlichkeit. Und obwohl diese Lücke nicht zu fällen ist, bleibt die Gewissheit eine gute Freundin gefunden zu haben.

Hier geht's zu den besten Bildern unserer Nr. 7!

 

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